05.09.21

Die Welpen sind ausgezogen. Viele schlaflose Nächte liegen hinter uns. Freude und Sorge haben sich in den Monaten der Trächtigkeit und Aufzucht abgewechselt und lagen mitunter dicht beieinander. 
Nun sind sie von uns bestmöglich auf ihr zukünftiges Leben vorbereitet worden. Physische Fitness, Selbstbewusstsein und große Lust, Neues zu entdecken zeichnen sie aus. 
Damit haben wir die Voraussetzungen für einen guten Start im neuen Zuhause geschaffen. Alles weitere liegt jetzt in der Hand der neuen Familien. Die Welpen konnten sich nicht aussuchen, wo und mit wem sie leben wollen. Die Auswahl haben wir mit großer Sorgfalt für sie übernommen und sind uns dieser Verantwortung bewusst. Daher bleibt jetzt nichts weiteres zu tun, als alles Gute zu wünschen und auch weiterhin mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

 
02.09.21

Die Wurfabnahme ist zumindest für uns und unsere Welpen immer spannend. Eine unabhängige Zuchtwartin oder ein Zuchtwart des VDH begutachten nach dem Impfen und vor der Abgabe nicht nur die Zuchtstätte sondern auch die Welpen. Für und über jeden einzelnen der Kleinen wird ein Protokoll erstellt und Auffälligkeiten werden dokumentiert. Auch wenn zum Zeitpunkt der Wurfabnahme ein ggf. noch nicht abgestiegener Hoden oder ein Reibevorbiss keinen Beinbruch darstellen, ist es doch schön, einen Wurf gänzlich ohne Auffälligkeiten präsentieren zu können.
Genau das haben wir heute  zusammen mit den Eltern Smilla und Gino geschafft und sind darüber auch ein kleines bisschen stolz.
 



28.08.21

Um unsere Welpen bestmöglich auf ihr Leben vorzubereiten, gehört auch regelmäßiges Fahrtraining zum Stundenplan. Denn gerade jetzt, wo die Mutter und die Geschwister in der Nähe sind und Angst naturgemäß noch nicht angelegt ist, können sich die Welpen besonders gut an neue Situationen gewöhnen. Daher werden die Kleinen in einer entspannten Situation in die Hundebox verladen. Die zweibeinige und die vierbeinige Mutter sorgen dafür, daß Sicherheit ausgestahlt wird. Und da die Welpen die Hundebox bereits aus dem Auslauf kennen und lieben gelernt haben, ist die erste Autofahrt völlig unspektakulär. Nach einer kleinen Runde geht es wieder zurück in den Garten. Hier gilt sowieso; ganz kurze Trainingseinheiten, dafür viele Wiederholungen stellen den Lernerfolg sicher.



14.08.21
In der Hundehaltung lassen sich viele Fehler mit Geld, Zeit oder einem guten Hundetrainer korrigieren. Das Nachholen der sensiblen Phase (Prägungsphase) gehört nicht dazu. Einmal versäumt, ist diese Zeit für immer verloren.
Unsere Welpen werden daher vom ersten Tag an moderaten Reizen ausgesetzt. Es beginnt direkt nach der Geburt mit dem menschlichen Körperkontakt und setzt sich mit dem täglichen bewussten Berühren von unterschiedlichen Stellen des Körpers fort. Später sind es verschiedene Untergründe, auf denen die Welpen laufen und auch das Erleben von unterschiedlichen Temperaturen.
Ab der fünften Woche gehts bei gutem Wetter zunächst nur kurz nach draußen. Hier kommen Wackelbrett und Bällebad zum Einsatz. Die Welpen lernen in dieser Zeit viele verschiedene Situationen kennen und bewerten sie als ungefährlich.
Wenn sie später ähnliche Situationen erleben, kann dies eingeordnet werden und wird nicht mehr als Bedrohung empfunden. Moderate Reize im Welpenalter verhelfen zu höherer Streßresistenz und ggf. sogar zu einer höheren Impulskontrolle und Reizschwelle.
Die Hunde sind später im Alltag und im Umgang mit Menschen und anderen Tieren deutlich sicherer als Hunde, die ohne äußere Reize aufgewachsen sind. Gerade bei einem Einsatz als Therapiehund oder als Assistenzhund, aber auch bei einem Familienhund spielt die sensible Phase eine entscheidende Rolle für die weitere Entwicklung. Jetzt und hier werden die Grundlagen gelegt, auf denen die Welpenbesitzer:innen später aufbauen können. 





07.08.21
Die Zeit des aufwändigen Putzens hat jetzt begonnen. Während Smilla und Amy es in den ersten Wochen schaffen, die Welpen und die Wurfkiste weitgehend selbstständig sauber zu halten, wird es jetzt zunehmend schwieriger. Die Kleinen sind bereits futterfest und bekommen pro Tag vier Mahlzeiten püriertes Welpenfutter. Dementsprechend sind die Mengen an Ausscheidungen. Zusätzlich bemüht sich Smilla instinktiv, immer weniger zum Säugen in die Wurfkiste zu gehen. Die Zeit des Abnabelns hat damit begonnen.
Da wir unsere Welpen bis zur Abgabe ausschließlich im Haus und später mit Zugang zum Garten aufziehen, und dies hier unser Lebensmittelpunkt ist, bemerken wir die natürlichen Vorgänge der Verdauung unserer Welpen unmittelbar. Mit Klinikunterlagen in Großhandelsmengen, Putzeimern und jeder Menge Decken, einer Waschmaschine im Dauereinsatz und einer 24h Betreuung schaffen wir es aber, daß sich Hunde und Menschen hier pudelwohl fühlen. Wir sind davon überzeugt, daß diese Aufzuchtbedingungen einen wesentlichen Beitrag zur positiven Entwicklung der Welpen in der sensiblen Phase (Prägungsphase) haben.




01.08.21
Eine derart intensive Kooperation zwischen Mutter und Oma haben wir bisher noch nicht gesehen. Smilla toleriert nicht nur ihre Mutter in der Wurfkiste, sondern fordert sie geradezu auf, ihr zu helfen wenn Not am Mann ist. Amy massiert die Bäuche und säubert die Welpen, als wäre sie die Mutter. Smilla ruht sich dann derweil etwas aus oder verlangt nach Streicheleinheiten. Lediglich Amys Gesäuge ist tabu und dies hat sie den Welpen auch sehr schnell unmissverständlich klar gemacht.
Die Welpen entwickeln sich immer noch erfreulich homogen. Das Gewicht liegt im Durchschnitt jetzt bei etwa 1500g. Augen und Ohren sind ja bereits länger geöffnet. Die Zähne sind mittlerweile ebenfalls eingeschossen. Das Zufüttern klappt gut und bedeutet nicht nur eine Notwendigkeit für das gesunde Wachstum der Welpen, sondern auch eine Entlastung für das Gesäuge der Mutter. Unten ist eine Doppelbetreuung zu sehen. Mutter und Oma versorgen gleichzeitig einen der kleinen Rüden.




25.07.21

Morgen gehen die Welpen in die vierte Woche. Dies ist der Zeitpunkt, ihnen erstmals Mahlzeiten anzubieten, die nicht ausschließlich aus Muttermilch bestehen. Ich denke, hier hat jeder Züchter eine eigene Philosopie. Von Tatar bis Ziegenmilch ist sicherlich vieles möglich. Wir machen seit Jahren gute Erfahrung mit unserem Fertigfutterhersteller. Er liefert nicht nur Futtermittel vom Erstfutter für Welpen bis hin zu Seniorenfutter, sondern steht mit einer fest angestellten Tierärztin uns Züchtern jederzeit schriftlich oder telefonisch mit Ratschlägen und Empfehlungen zur Verfügung. Mit abgekochtem Wasser aufpüriert, hat die erste Fütterung erfreulich gut geklappt.




17.07.21
Morgen werden die Welpen zwei Wochen alt und haben ihr Geburtsgewicht fast verdreifacht. Obwohl die Sorge um Smilla und ihre Welpen bei uns als Züchter immer wie ein kleiner Teufel versteckt irgendwie dabei ist, war die letzte Woche einfach nur schön. Nicht nur Smilla ist eine fürsorgliche Mutter, auch die Großmutter Amy hat ihre Rolle angenommen und versorgt die Kleinen in den Zeiten, in denen Smilla mal eine Auszeit möchte. Frei von jeglicher Aggressivität untereinander und gegenüber Fremden macht es gerade richtig Spaß, diese Aufzucht zu begleiten. Da die Kaiserschnittnarbe verheilt ist, beginnen wir ab morgen mit den ersten Hypoproben zur Konditionierung der Welpen auf Unterzuckerung. Einzelheiten darüber hatten wir bereits weiter unten beschrieben. 




 
09.07.21
Mittlerweile sind die Welpen fünf Tage alt und sehen deutlich älter aus. In der Wurfkiste herrscht Hochbetrieb, aber Smilla zeigt sich als fürsorgliche Mutter. Sie freut sich besonders darüber, daß nachts immer jemand auf einer Matratze neben der Wurfkiste schläft und ihr fürsorglich den Wassernapf reicht.
Die Wundversorgung des Kaiserschnitts läuft problemlos. Täglich schaut die Haustierärztin nach ihr und eine Physiotherapeutin für Hunde kümmert sich um die durch die Trächtigkeit verspannte Rückenmuskulatur.
Farblich hat sich bei den Hündinnen Gino und bei den Rüden Smilla durchgesetzt. Alle drei Rüden sind weiß mit einigen orangefarbenen Abzeichen und die Hündinnen haben mehr oder weniger dunkelbraune Anteile.
Erstmals kommt eine besondere Herausforderung auf uns zu. Einer der Welpen wird als Diabetikerwarnhund ausgebildet und soll später dem Wohlergehen eines Kindes mit Diabetes dienen. Dazu wurden bereits Hypoproben geliefert. Diese Geruchsträger werden zur Prägung eingesetzt.
Auf alle Welpen kommt jetzt ebenfalls die Frühprägung zu. Sie werden vom ersten Tag an moderaten Reizen ausgesetzt. Dies dient später der Stressresistenz. Alles, was die Welpen jetzt kennenlernen, wird ihnen später weniger oder nichts mehr ausmachen. Im Gegenzug lassen sich die Dinge, die jetzt nicht gemacht werden, später nicht mehr nachholen. Diese Phase der Prägung wäre für immer verloren. Insgesamt ist verantwortungsvolle Welpenaufzucht viel Arbeit. Aber wenn wir später die Ergebnisse sehen, wird wieder einmal alles vergessen sein.
Auf dem Foto ist zu sehen, dass sich durchaus auch im Kopfstand trinken lässt.


 
04.07.21
Die frühe Entscheidung, nicht länger auf eine Spontangeburt zu warten, hat dazu geführt, daß Smilla und alle ihre Welpen gesund und wohlauf sind.
Nachdem sich abzeichnete, daß es Komplikationen geben könnte, haben wir uns zusammen mit unserer bewährten Haustierärztin dazu entschlossen, Smilla in der etwa 65 km entfernten Tierklinik Posthausen vorzustellen. Die Geburt ging nicht richtig voran und gerade bei einer Erstgebärenden ist es schwierig einzuschätzen, ob es sich um eine Notlage handelt oder nicht.
Glücklicherweise haben wir nicht gezögert und diese Entscheidung hat sich als richtig erwiesen. Gleich der erste Welpe lag quer zum Geburtskanal (auf der Röntgenaufnahme gut zu sehen). Eine Spontangeburt wäre nicht möglich gewesen und zu langes Zögern hätte unweigerlich zum Verlust der Mutterhündin und der Welpen geführt. Es wurde sofort ein Kaiserschnitt durchgeführt. Da wir rechtzeitig in der Klinik waren, haben wir nicht einen Welpen verloren und auch Smilla hat den Eingriff gut überstanden.
Sechs Welpen haben den Start ins Leben geschafft. Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit und wir freuen uns darauf.